Zurück

Александр Петрович Еланский / Alexandr Petrowitsch Elanskij 1920 - 1941 Bearbeiten

Geboren 10.10.1920 in Matweewki
Gestorben 27.11.1941 in Mauthausen

Biografie

Alexandr Petrowitsch Elanskij wurde am 10. Oktober 1920 im Dorf Matweewki im heutigen Staromajnskij-Bezirk der Oblast Uljanowsk geboren. Vor dem Krieg wohnten er und sein Vater in der Stadt Kujbyschew. Einberufen wurde er durch das Militärbezirkskommissariat der Stadt Kujbyschew der Tatarischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik.

Wie aus seiner Personalkarte ersichtlich ist, diente er im 238. Schützenregiment. Doch das ist nur korrekt, wenn man den nachträglichen sowjetischen Vermerken glaubt. Im Original ist der Dreier in der Mitte einem Neuner sehr ähnlich, was unsere Suche erschwert, jedoch im Rahmen einer Division bleiben lässt. (Das 298. Schützenregiment war genauso wie das 238. Schützenregiment in der 186. Schützendivision der 22. Armee.)

Alexandr Petrowitsch wurde gleich am ersten Tag der Mobilisierung – am 23. Juni 1941 – einberufen. An diesem Tag oder etwas später stiegen Elanskij und weitere Reservisten in einen der letzten Waggons der Division ein, die bereits vor dem Kriegsbeginn unterwegs in andere Stellungen gewesen waren, obwohl das Ganze wahrscheinlich einen Teil der heimlichen Entfaltung der Roten Armee darstellte. Elanskij und seine Regimentsgenossen hatten ursprünglich den Befehl, sich im Sebeschskij-Festungsbereich an der ehemaligen Grenze zu Lettland zu verteidigen. Aber den Feind traf dort eine ganz andere Division, weil die 186. Division zu jenem Zeitpunkt schrittweise in einen anderen Frontabschnitt westlich von Witebsk verlegt worden war. Das 298. Schützenregiment bezog eine Verteidigungslinie in der Gegend Ulla-Kardon am Nordufer der Düna. Und da es hier eine stabile und für den Gegner erstrebenswerte Eisenbahnbrücke gab, schützte das Regiment auch den Brückenkopf. Wie das Kriegstagebuch (KTB) der Division berichtet, „sah man am 4. Juli um 16 Uhr die ersten Motorräder, Panzer und Panzerwagen, die von der Straße zur Brücke fuhren. Nachdem die motorisierte Kolonne mit einem vorbereiteten Waffen-, Maschinengewehr- und Geschützfeuer empfangen worden war, zog sie sich schnell mit großen Verlusten zurück.“ Doch wie sich herausstellte, war dies erst der Anfang: „Der erbitterte Kampf dauerte bis 3 Uhr in die Nacht, danach wich das Bataillon unter dem überlegenen Druck des Gegners ans andere Flussufer zurück und sprengte die Brücke hinter sich.“ An den zwei darauffolgenden Tagen hielt das Regiment die Flusslinie, geriet aber am 7. Juli in einen Halbkessel und war gezwungen, sich zurückzuziehen. Der Stabschef des Regiments Hauptmann Selenzow beging Selbstmord, um nicht in Gefangenschaft zu geraten.

Elanskij kämpfte vermutlich im 298. Regiment und nahm mit diesem an vier Tage dauernden, ununterbrochenen Kämpfen Teil.[1] Ein Auszug aus dem KTB der 186. Schützendivision lautet: „Am 8. Juli kamen die verspäteten Züge mit dem 1. und dem 3. Bataillon des 238. Schützenregimentes zur Station Sirotino, sie hatten vom Divisionskommando den Auftrag bekommen, die Straße nach Witebsk in eigene Hände zu nehmen und zur Verteidigung einen Igel in der Gegend von Staroje Selo zu bilden. Im Laufe des 9. und des 10. Juli ging der Gegner um die Flanken des 1. und des 3. Bataillons herum und begann den Einkesselungsring um sie zu ziehen. Um 23 Uhr wurde ihnen befohlen, aus dem Kessel auszubrechen und einen Anschluss an das 2. Bataillon des 238. Regimentes zu finden…“

Der am 11. Juli begonnene Durchbruch endete erst am 13. Juli, als sich die Bataillone des Regimentes endlich vereinigten. Aber für Alexandr Elanskij war der Krieg bereits am 10 Juli vorbei.

In Gefangenschaft befand er sich zunächst im Stalag VI B in Neu-Versen in Niedersachsen nahe der Grenze zu Holland und hatte dort die Lagernummer 35038. Am 20. Oktober 1941 gelangte A.P. Elanskij in den ersten Transport der etwa 2.000 Kriegsgefangenen, die ins KZ Mauthausen überstellt wurden und zwei Tage später dort ankamen.

Alexandr Petrowitsch lebte in Mauthausen nicht lange – etwas mehr als einen Monat. Er starb am 27. November 1941 und teilte das Schicksal vieler seiner Landleute, die den ersten Herbst und den ersten Winter der Gefangenschaft nicht überlebten.

 

Roman Nikitin

Roman Nikitin, geb. 1969, wohnt in Moskau. Er arbeitet als freier Journalist für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, interessiert sich für Militärgeschichte und recherchiert täglich in verschiedenen Moskauer Archiven.

 

Aus dem Russischen von Tatiana Szekely

 


[1] Anm. d. Ü.: Es ist – da Elanskijs Personalkarte nicht gut lesbar ist – nicht restlos geklärt, ob Elanskij im 298. oder im 238. Regiment diente. Das 1. und 3. Bataillon des 238. Regiments gerieten unmittelbar nach ihrer Ankunft am Schlachtfeld in einen Kessel und nahmen nicht an Kämpfen Teil.

Informationen zur Person senden...

Weitere Informationen zur Person hinzufügen...