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Guglielmo Steiner 1909 - 1945 Bearbeiten

Geboren 13.5.1909 in Milano
Gestorben 27.2.1945 in Ebensee

Biografie

Mino Steiner war der Sohn von Emerico Steiner, ein Mailänder Industrieller böhmischer Herkunft, und von Fosca Titta, Schwester des Baritons Titta Ruffo; er war der Neffe von Giacomo Matteotti und Bruder von Albe Steiner.

Nach dem Abschluss seines Jurastudiums im Jahre 1936 beginnt er seine berufliche Laufbahn im Mai desselben Jahres in der Kanzlei von Lelio Basso, mit dem er bis zum Oktober 1939 zusammenarbeitet. Im Juni 1939 nimmt ihn die faschistische Staatspolizei bei einer der zahlreichen Verhaftungsaktionen bei Basso gefangen und bringt ihn für eine Woche ins Mailänder Gefängnis San Vittore. Zur Last gelegt wird ihm, dass er sich in dem Umfeld der Mailänder Antifaschistinnen und Antifaschisten bewegt, aus dem später der Partito d´Azione (Aktionspartei) entsteht.

Im Oktober 1942 wird er erneut zum Kriegseinsatz nach Palermo gerufen. Unmittelbar nach der Landung der Alliierten auf Sizilien und schon vor dem 25. Juli kommt er mit Hilfe örtlicher Antifaschisten (Purpura, Ramirez, Finocchiaro, Aprile) in Kontakt mit dem Geheimdienst der Alliierten, die ihm das Kommando der „Mission Law“ anvertrauen.

Am 3. Oktober landen Mino Steiner und Fausto Bazzi mit dem englischen U-Boot Sickle vor der Küste von Lavagna, damit beauftragt, Informationen über die deutschen Streitkräfte zu sammeln und die Passage der über die Frontlinie verstreuten alliierten Soldaten zu ermöglichen.

In Genua sind die ersten Rekruten für die „Mission Law“ Piero Caleffi, Eros Lanfranco und der Telegrafist Cirillo. In Mailand nimmt Mino Steiner wieder Kontakt zu den örtlichen Vertretern des Partito d´Azione auf, der er sich anschließt, und übernimmt die Verteilung der Untergrundpresse. Zusammen mit Mario Paggi, Antonio Basso, Carlo E. Galimberti, Gaetano Baldacci und anderen arbeitet er am Projekt einer Zeitung für Kulturpolitik, die sich allen antifaschistischen Ideen öffnen und Lo Stato Moderno (Der moderne Staat) heißen wird. Er wird nicht mehr dabei sein, als die erste Nummer im Juli 1944 im Untergrund erscheint.

Nach dem großen Generalstreik vom 1. März 1944 bringt die nazifaschistische Repression unter anderen Mario Damiani ins Gefängnis San Vittore. Dieser ist Vorsitzender des Partito d´Azione in der Region Lombardei und gibt die Namen zahlreicher Parteimitglieder preis. Mino Steiner wird am 16. März 1944 in Mailand verhaftet, für 28 Tage in Isolationshaft gehalten und mindestens fünf Verhören unterzogen.

Am 27. April geht ein Transport mit 225 politischen Häftlingen (207 Männer und 18 Frauen) und 50 Juden (nicht identifiziert) vom Gleis 21 des Mailänder Hauptbahnhofs in Richtung Durchgangslager Fossoli (Modena) ab.

In Fossoli ist Aldo Valcarenghi sein Stockbettnachbar; Mino Steiner beteiligt sich am „Triumvirat“, das die Organisation der Baracke 18 (politische Häftlinge) übernimmt, bis er ins KZ Mauthausen abtransportiert wird. Im August wird er nach Großraming überstellt, ein Außenlager, dessen Insassen für den Bau eines Dammes vorgesehen sind; allerdings wird das Lager kurz darauf aufgelöst. Im September kommt er ins KZ Ebensee, Außenlager, Arbeits- und Vernichtungslager, bestimmt für den Bau von Bergstollen, um Industrieanlagen vor den alliierten Luftangriffen zu schützen.

Mino Steiner stirbt am 27. Februar 1945 in Ebensee.

Marco Steiner

Marco Steiner ist der Sohn von Guglielmo (Mino) Steiner und Mitglied der Associazione nazionale ex deportati (ANED), Sektion Mailand.

 

Aus dem Italienischen von Camilla Brunelli

 


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