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Martín Sarroca Llaquet 1887 - 1944 Bearbeiten

Geboren 22.12.1887 in Capellas
Gestorben 19.12.1944 in Mauthausen

Biografie

Seine Eltern Martín Sarroca und Antonia Llaquet lebten in Capella (Provinz Huesca), wo ihre ersten sechs Kinder auf die Welt kamen. Das fünfte, Martín, wurde am 22. Dezember 1887 geboren. Einige Jahre danach wanderte die Familie nach Südfrankreich aus, wo die zwei jüngsten Kinder das Licht der Welt erblickten. Das neue Leben war nicht leicht. Zu den üblichen Schwierigkeiten einer ausgewanderten Familie kam der frühzeitige Tod des Vaters im September 1899 mit 49 Jahren hinzu. Martín war damals 12 Jahre alt, und der Tod seines Vaters stellte die Familie vor große Probleme, insbesondere angesichts des jungen Alters der zwei kleinsten Geschwister. Martín arbeitete als Bauer und heiratete Baptistine Cabanié. Das Ehepaar bekam zwei Kinder, Marcelle Marie und Henri Antoine Marcellin.

Der Erste Weltkrieg traf die Familie unmittelbar: Vicente, der als letzter Sarroca in Aragonien geboren war, erhielt die französische Staatsbürgerschaft und rückte in die Armee ein. Er wurde an die belgische Front entsandt und fiel am Christtag 1914.

Während der Besatzung der Nazis kämpfte Martín wahrscheinlich für die Résistance, da er 1942 verhaftet und im Lager Le Vernet interniert wurde. Nach seiner Überstellung nach Toulouse am 30. Juni 1944 wurde er nach Dachau deportiert.  Wegen der Reiseumstände - die Fahrt dauerte eineinhalb Monate – wurde dieser Transport "Geisterzug" genannt. Am 28. August wurde Martín als „spanischer Häftling“ (Häftlingsnummer 94081) in Dachau eingeliefert und zwei Wochen später nach Mauthausen (Häftlingsnummer 99065) überstellt. Martíns Alter erschwerte sein Überleben, und so hielt er nur einige Monate aus, bis ihn der Tod am 19. Dezember 1944 überkam.

Seine Witwe und Kinder erfuhren nach Kriegsende von Martíns Leiden über den Brief eines spanischen Republikaners, der ihn im Krankenrevier pflegte:

„Ende September kam er ins Lager. […] Einige Tage später bekam er Wundrose. Er wurde auf das Krankenrevier gebracht, wo ich damals als Barbier in der gleichen Baracke arbeitete, wo er eingeliefert wurde. Dort lernte ich ihn kennen. […] Wegen seines fortgeschrittenen Alters konnte er die Schwerarbeit im Lager nicht verrichten, wo weder auf Ältere noch auf den Gesundheitszustand der Häftlinge Rücksicht genommen wurde, da unser Lager ein Vernichtungslager war. Doch drei Wochen später trat die Krankheit ein zweites Mal auf. Er kurierte sie aus, doch eines Tages hatte er Koliken, weil er zu viel aß, er wurde wieder gesund und versteckte sich weiter neben mir. Doch das Pech verließ uns nicht, und am 1. Dezember trat eine Entzündung auf. Es erübrigt sich wohl zu sagen, dass ihm Spritzen und andere Dinge verabreicht wurden, doch eines Tages überraschte uns sein Tod und hinterließ die Trauer über das Ableben eines Kameraden.“

Auf dem Monument aux morts von Castelreng (Frankreich) stehen die Namen der zwei Brüder Sarroca: Vicente, im Ersten Weltkrieg gefallen, und Martín, im Zweiten Weltkrieg nach Mauthausen deportiert und ebenda gestorben.

Juan M. Calvo Gascón

Amical de Mauthausen y de otros campos y de todas las víctimas del nazismo de España

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