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Über das Projekt

Mindestens 90.000 Menschen wurden im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern von August 1938 bis Mai 1945 ermordet oder starben unmittelbar nach der Befreiung an den Folgen ihrer Haft. Das Gedenken an die Toten ist eine der wesentlichsten Verpflichtungen und Aufträge der KZ-Gedenkstätte Mauthausen; es ist darüber hinaus aber auch eine gesellschaftliche Verantwortung und ein gemeinsames Ansinnen.

Mit dem Projekt "Raum der Namen" ("Digitales Gedenkbuch") will die Gedenkstätte den Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager ein digitales Denkmal setzen. Dieses Projekt ist Teil des Gesamtprojekts "Gedenkbuch für die Toten des KZ Mauthausen und seiner Außenlager", das neben dieser Website eine im Mai 2016 veröffentlichte gedruckte Edition umfasst und den im Mai 2013 der Öffentlichkeit präsentierten "Raum der Namen" in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen abbildet.

Das Projekt wurde vom Verein für Gedenken und Geschichtsforschung in österreichischen KZ-Gedenkstätten in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Mauthausen (mauthausen memorial) umgesetzt. Es wurde vom Bundesministerium für Inneres, dem Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus und dem Zukunftsfonds der Republik Österreich gefördert und finanziert.

Das Projekt stellt den vorläufigen Abschluss einer seit vielen Jahren kontinuierlich durchgeführten Forschungsarbeit zur Rekonstruktion der Namen und Daten der Verstorbenen dar. Zahlreiche österreichische und internationale Institutionen und Personen waren in einer außergewöhnlichen internationalen Kooperation daran beteiligt – Überlebende und Überlebendenorganisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Archive, ForscherInnen und Angehörige der Opfer ebenso wie zahlreiche Botschaften ihrer Herkunftsländer. Dadurch wurde es möglich, einen Großteil der Namen (bisher mehr als 82.000) in ihrer wahrscheinlichsten Schreibweise zu rekonstruieren – trotz der Vernichtung zahlreicher Quellen durch die SS in den letzten Kriegstagen.

Die laufende Ergänzung und Vervollständigung der Namensliste bleibt auch für die kommenden Jahre eine wesentliche Aufgabe der Gedenkstätte und dieses Projektes. In dieser Hinsicht setzen wir auch weiter im Sinne eines hierarchiefreien Gedenkens an die Verstorbenen auf Offenheit, auf die Mitarbeit und Kooperation aller Beteiligten, und bieten auf dieser Website daher die unkomplizierte Möglichkeit, dem Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ergänzende Informationen zu übermitteln.

Neben der möglichst vollständigen Erfassung der Basisdaten der Toten (Familien- und Vornamen, Geburts- und Sterbedatum bzw. -ort) liegt ein Hauptaugenmerk des Projekts auch auf der (Re-)Personalisierung und Individualisierung des Gedenkens. Das "Biografien-Projekt" ist daher wichtiger und integraler Bestandteil des Digitalen Gedenkbuchs. Bisher wurden insgesamt 1.825 Biografien von Verstorbenen des KZ Mauthausen und seiner Außenlager zugesandt, verfasst von knapp 250 AutorInnen und Institutionen.

Um die Biografie-Daten kontinuierlich zu erweitern, hoffen wir ebenfalls auf möglichst umfangreiche Beteiligung und Mithilfe durch Besucher dieser Wesbite, die hiermit herzlich eingeladen sind, uns Informationen, Materialien, Bilder und sonstige Daten zukommen zu lassen.

Lesen Sie in der „Leseprobe der Print-Edition des Gedenkbuchs eine ausführliche Darstellung der Geschichte des Projekts und der wesentlichen Quellen, auf denen das Projekt beruht. Die vollständige Edition ist auf der Website des Verlags erhältlich.