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Jan Paweł Muchliński 1901 - 1942 Bearbeiten

Geboren 22.6.1901 in Dębogórze
Gestorben 30.6.1942 in Gusen

Biografie

Jan Paweł Muchliński wurde 1901 in Dębogórze im Landkreis Kościerzyna-Pomorze als Sohn von Anton Ignac, Landgutbesitzer, und Ewa, aus dem Haus Ossowska aus Lubiszyn-Pomorze, geboren. Mit 16 Jahren zog er nach Berlin, wo er als Bürokaufmann bei der Maschinenbaufabrik „Schwarzkopf“ arbeitete. Nach dem Beginn der Revolution in Deutschland verließ er im November 1918 Berlin und kehrte in das Haus seiner Familie zurück.

Als 18-Jähriger kam Jan Muchliński im November 1919 nach Poznań und trat dem 4. Ulanenregiment Nadwiślański der Großpolnischen Armee bei, später dem 18. Pommerschen Ulanenregiment. Von 28. Mai 1920 bis 6. Mai 1921 nahm er mit dem 18. Pommerschen Ulanenregiment in allen Schlachten dieses Regiments an der litauisch-weißrussischen Front gegen die Rote Armee teil, wofür er noch an der Front die Tapferkeitsmedaille Nr. 13792 erhielt. Nach der Rückkehr von der Front blieb er bis August 1924 in der Armee und nahm ehrenvolle Funktionen als Lehrer und Ausbildner des Heeresregiments oder als Unteroffizier der Registrierung im Schwadronenkader sowie als Bildungsunteroffizier des Regiments ein.

Von 1. September 1924 bis 30. Dezember 1925 arbeitete er bei der Politischen Polizei und Staatspolizei in Toruń und Grudziądz. Ab Jänner 1926 arbeitete er als Gerichtsschreiber in Puck, ab Juni 1928 als Gerichtssekretär und gerichtlich beeideter Dolmetscher für deutsche Sprache in Nowy Miasto an der Drwęca. Ende 1928 erhielt Jan Muchliński eine sehr prestigeträchtige Gedenkmedaille für den Krieg 1918–1920.

Am 6. November 1929 heiratete er Lucja Ulatowska. Am 22. September 1930 kam ihre Tochter Janina auf die Welt, am 16. August 1934 ihr Sohn Zbigniew.

Zwischen 1930 und September 1939 spielte er eine sehr aktive Rolle im gesellschaftlichen und politischen Leben. Er war Präsident des Koła Urzędników Sądowych (Kreis der Gerichtbeamten) und wurde zum Sekretär des Związkek Podoficerów Rezerwy (Verband der Unteroffiziere der Reserve) gewählt. Als treuer Anhänger des Marschalls Józef Pilsudski gehörte er dem Bezpartyjny Blok Współpracy z Rządem (Block für die Zusammenarbeit mit der Regierung) an sowie auch dem Obóz Zjednoczenia Narodowego (Lager der Nationalen Einheit). Er war sowohl im Związek Obrony Kresów Zachodnich (Verband zur Verteidigung der westlichen Kresy Gebiete) als auch später im Polski Związek Zachodny (Polnischen Westverband) aktiv. Als verdienter Veteran des 18. Pommerschen Ulanenregiments wurde er stellvertretender Kommandeur der Kavallerieausbildung der sogenannten Krakusi. Bei der letzten Wahl vor dem Krieg am 18. Dezember 1938 wurde er unter 72 Kandidaten zum Mitglied des zwölfköpfigen Stadtrates in Nowy Miasto Lubawskie gewählt.

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs trat er der im Untergrund agierenden Widerstandsbewegung Rota bei, die in Grudziądz und Umgebung aktiv war. Wegen seiner Widerstandstätigkeit wurde er gemeinsam mit den anderen 48 Mitgliedern der Organisation am 29. Juni 1940 von der Gestapo verhaftet. Geschwächt von dem 15-monatigen Aufenthalt in einem Gestapo-Gefängnis kam Jan Muchliński in sein Familienhaus in Nowy Miasto zurück. Jedoch nur für kurze Zeit! Am 3. Oktober 1941 wurde er aus Nowy Miasto ins Zivilgefangenenlager KZ Stutthof gebracht, wo er die Häftlingsnummer 12028 erhielt.

Am 27. November 1941 erhielt die Kommandantur im KZ Stutthof ein Schreiben des Büros der Geheimen Staatspolizei in Grudziądz, mit dem sie darüber informiert wurde, dass das Reichssicherheitshauptamt den Transport von Jan Muchliński in das Konzentrationslager Auschwitz anordnete.

Am 4. Dezember 1941 wurde er auf Befehl des Reichssicherheitshauptamtes aus dem KZ Stutthof entlassen und über die Polizeistation in Malbork zur „Präventivhaft“ in das KZ Auschwitz überstellt. Hier bekam er die Häftlingsnummer 24475.

Vom Konzentrationslager Auschwitz wurde er ins KZ Mauthausen/Gusen überstellt, wo er die Häftlingsnummer 3579 bekam. Am 30. Juni 1942 wurde er dort ermordet.

Roman Ambroziak

Roman Ambroziak, geb. 1951, ist der Enkel von Jan Paweł Muchliński. Derzeit lebt er mit seiner Frau in Toruń

 

Aus dem Polnischen von Katharina Czachor

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