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Jacob Polak 1913 - 1941 Bearbeiten

Geboren 16.9.1913 in Amsterdam
Gestorben 18.12.1941 in Mauthausen

Biografie

Japie Polak, der älteste von sieben Söhnen von Liepman Polak und Roosje Spanjar, wuchs in der Rapenburgerstraat 89 im Amsterdamer Judenviertel auf. Sein Vater war ursprünglich Diamantschleifer, verdiente sein Brot aber später als Marktkaufmann. Die Polaks waren eine eng verbundene Familie und als ältester Sohn fühlte sich Japie besonders verantwortlich für seine jüngeren Brüder. Sowohl seinen Brüdern als auch seinen Eltern gegenüber war er außerordentlich fürsorglich.

Nach der Grundschule besuchte Japie die Sekundarschule MULO[1], die er jedoch nicht abschließen konnte, weil er mitverdienen musste. Er hatte verschiedene Berufe: er arbeitete als Versicherungsvertreter bei der Delflandse Assurantie Compagnie (Delfländischen Versicherungsgesellschaft) in Delft und stand – wie sein Vater – in und außerhalb von Amsterdam mit Textilien und Zigarren auf dem Markt.

Am 25. Jänner 1939 heiratete er die nicht-jüdische Emma Johanna (Hanny) Pytlyk, das Mädchen, mit der er die Tanzmeisterschaften in Amsterdam gewonnen hatte. Sie wohnten in der Rapenburgerstraat 126. Auch nach seiner Heirat blieb Japie in der Nähe seiner Eltern und Brüder. Japie und Hanny hatten nicht mehr als zwei Ehejahre vor sich. Am 22. Februar 1941 wurde er von der Straße weg verhaftet und nach Schoorl gebracht. Von dort konnte er am 26. einen Brief an seine Frau schmuggeln, in dem er schrieb: „Hanny, mir geht es gut. Kuss, dein Japie. Sag das auch Frau Kropveld, ihr Mann ist auch bei mir.“[2]

Bittgesuche um Freilassung von einem früheren Wehrdienstkameraden und von zwei Offizieren vom 5. Infanterieregiment, bei dem Japie während der Mobilisierung gedient hatte, waren erfolglos. Er wurde nach Buchenwald deportiert und kam am 22. Mai auf Transport nach Mauthausen.

In einem Brief vom 3. August gratuliert er seiner Frau zur Geburt ihrer am 15. Juli geborenen Tochter Emmy – die Tochter, die er nie sehen sollte. Japie Polak war 28 Jahre, als er in Mauthausen starb.

Außer Hanny und ihrem Töchterchen überlebte von der Familie Polak nur einer der sieben Brüder. Vier von ihnen starben 1942 zusammen mit ihren Frauen oder Verlobten in Auschwitz. Der Jüngste wurde am 4. Juni 1943 zusammen mit seinen Eltern in Sobibor ermordet.

Henny E. Dominicus

Stichting Vriendenkring Mauthausen

 

Henny E. Dominicus ist die Autorin des Buches Mauthausen, een gedenkboek, das sie gemeinsam mit Alice van Keulen-Woudstra für die Stichting Vriendenkring Mauthausen herausgegeben hat.

 

Aus dem Niederländischen von Veronika Zangl


[1] Bei der MULO (= meer uitgebreid lager onderwijs) handelt es sich um eine weiterführende Grundschule.

[2] David Hartog Kropveld, geboren am 26. November 1915 in Amsterdam, gestorben am 12 September 1941 in Mauthausen, wohnte ebenfalls in der Rapenburgerstraat.

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