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Josef King 1922 - 1945 Bearbeiten

Geboren 17.2.1922 in Hörbranz
Gestorben 24.4.1945 in Mauthausen

Biografie

Josef Anton King wuchs in einer Bauernfamilie in Hörbranz auf. Auf Empfehlung des Pfarrers besucht der begabte Schüler ab 1933 das bischöfliche Gymnasium Paulinum in Schwaz, wo er durch seine große Hilfsbereitschaft schwächeren Mitschülern gegenüber und seine besonderen Interessen – Radiotechnik und Fremdsprachen – auffällt. Nach der Schließung des Paulinums 1938 muss King in das Gymnasium in Bregenz wechseln, wo er 1941 maturiert. Trotz seiner starken Kurzsichtigkeit wird er 1942 zur Wehrmacht eingezogen und in Landeck stationiert. Nach dem Tod seines älteren Bruders an der Ostfront kann King auf den elterlichen Bauernhof zurückkehren und beginnt sich für das Schicksal der in der Umgebung eingesetzten Zwangsarbeiter zu interessieren, deren Sprachen er in kurzer Zeit erlernt. Sein Ruf als „neunsprachiger Dolmetscher“ bewirkt 1943 seine Dienstverpflichtung zur Gestapo Bregenz: Er ist bei Verhören zugegen und soll Briefe zensieren. Während dessen vertieft er freundschaftliche Kontakte vor allem im Ostarbeiterlager der Firma Dornier, versorgt die Internierten mit Informationen von der Front und übersetzt Flugblätter einer russischen Widerstandsgruppe. Ein solches Flugblatt gerät in die Hände der Gestapo, die nicht lange braucht, um auf die Spur Kings zu kommen. Er wird am 6. Juni 1944 verhaftet, zunächst in Lindau festgehalten und am 22. Juni 1944 zur Gestapo Innsbruck überstellt. Wochenlange Verhöre folgen, über die King in Briefen an die Eltern nicht spricht. Nach Abschluss der Ermittlungen wird er am 19. Jänner 1945 nach Mauthausen transportiert, wo Aufzeichnungen für den 18. April 1945 seine Verlegung an einen „unbekannten Bestimmungsort“ vermerken. King gehörte zu einer Gruppe von österreichischen Häftlingen, die in der zweiten Aprilhälfte in der Gaskammer von Mauthausen ermordet oder im Arrest erschossen wurden. 

Dr. Gisela Hormayr

 

Quellen:

Archiv der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, Häftlingszugangsbücher Mauthausen Y/36 und Y/44.

Pichler, Meinrad, Der Vorzugsschüler im Widerstand. Gelebte Humanität, praktiziertes Christentum: Josef Anton King (1922-1945), in: Pichler, Meinrad, Quergänge. Vorarlberger Geschichte in Lebensläufen, Hohenems 2007, S. 238-251.

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